Windows 11 schneller machen geht seit dem Juni Update 2026 ohne Zusatzprogramm: Microsoft hat einen eingebauten Turbo nachgeliefert, der Startmenü, Suche und den Start von Programmen beschleunigt. Er wird schrittweise freigeschaltet, deshalb läuft er noch nicht auf jedem PC.
In diesem Beitrag sehen Sie, welche Voraussetzungen Ihr PC braucht, wie Sie in einer Minute prüfen, ob der Turbo schon aktiv ist, und wie Sie ihn auf offiziellem Weg früher bekommen. Dazu kommen drei Bremsen, die Sie mit Bordmitteln von Windows lösen.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Microsoft beschleunigt das Update den Start von Apps sowie Startmenü, Suche und Info Center.
- Voraussetzung ist Windows 11 24H2 oder 25H2 ab Build 26100.8655 bzw. 26200.8655. Windows 10 bekommt den Turbo nicht.
- Microsoft verteilt die Funktion schrittweise. Einen eigenen Schalter dafür gibt es nicht.
- Ob der Turbo läuft, sehen Sie im Task-Manager an einer kurzen, hohen Spitze beim Wert Geschwindigkeit.
- Früher dran sind Sie mit dem Schalter „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ in Windows Update.
Was der Turbo in Windows 11 macht
Bisher hat Windows den Prozessor nach einem Klick nur langsam hochgefahren. Daher kommt das kurze Zögern, das Sie vom Startmenü kennen. Mit dem neuen Verhalten bekommt der Prozessor bei wichtigen Aktionen sofort seine volle Leistung, etwa beim Öffnen von Start, Suche, Info Center und Programmen. Danach fährt er wieder herunter.
Microsoft beschreibt die Neuerung in den Versionshinweisen nur knapp. Dort steht sinngemäß, dass das Update den Start von Apps und die Grundfunktionen der Oberfläche wie Startmenü, Suche und Info Center beschleunigt. Eingeführt wurde sie in der Vorschau KB5089573 vom 26.05.2026, als schrittweise Verteilung. Das Juni Update KB5094126 vom 09.06.2026 enthält diese Neuerungen für alle.
Den Namen Low Latency Profile und die Dauer von etwa einer bis drei Sekunden nennt Microsoft in den Versionshinweisen nicht. Beides stammt aus Berichten von Windows Central und Windows Latest über die Testversionen. Laut diesen Berichten merken Sie den Unterschied vor allem auf älteren und günstigen PCs. Auf einem sehr schnellen PC ist das Startmenü ohnehin sofort da.
Wie viel bringt der Turbo? Im Netz kursieren Werte von bis zu 40 Prozent schnellerem App Start und 70 Prozent schnelleren Menüs. Sie stammen aus einem Bericht von Windows Central über Testversionen, nicht von Microsoft. Microsoft selbst nennt keine Zahl. Auch zum Stromverbrauch macht Microsoft keine Angabe. Weil der Takt nur kurz steigt, schätzen Fachmedien den Mehrverbrauch als gering ein.
Welche Voraussetzungen Ihr PC braucht
- Windows 11 in Version 24H2 oder 25H2
- Das Juni Update KB5094126 oder neuer. Damit lautet die Buildnummer 26100.8655 (24H2) bzw. 26200.8655 (25H2) oder höher.
- Windows 11 26H2 baut laut Microsoft auf denselben monatlichen Updates auf wie 24H2 und 25H2.
- Windows 10 bekommt den Turbo nicht.
Wichtig für 24H2: Laut Microsoft erhalten Home und Pro in Version 24H2 nur noch bis zum 13.10.2026 Updates (Stand 14.09.2026). Danach kommen auch keine neuen Funktionen mehr. Welche Version aktuell ist und wie Sie wechseln, steht in unserem Beitrag zum Windows 11 Download auf Deutsch.
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So prüfen Sie, ob der Turbo bei Ihnen läuft
Die Prüfung dauert keine Minute. Sie verändern dabei nichts an Windows.
Schritt 1: Version und Build prüfen
- Drücken Sie die Windows Taste und R gleichzeitig.
- Tippen Sie winver ein und drücken Sie die Eingabetaste.
- Im Fenster „Info über Windows“ steht die Version und in Klammern der Build. Die Zahl hinter dem Punkt muss 8655 oder höher sein.
Ist die Zahl kleiner, fehlen Updates. Öffnen Sie dann die Einstellungen, gehen Sie auf Windows Update und klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.
Schritt 2: Den Task-Manager vorbereiten
- Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und wählen Sie Task-Manager.
- Klicken Sie links auf Leistung und dann auf CPU. Unter der Kurve sehen Sie den Wert Geschwindigkeit. Das ist der aktuelle Takt Ihres Prozessors.
- Damit Sie kurze Sprünge überhaupt sehen, öffnen Sie links unten die Einstellungen des Task-Managers und stellen die Aktualisierungsgeschwindigkeit in Echtzeit auf Hoch. Das betrifft nur die Anzeige.
Schritt 3: Testen und die Kurve lesen
Warten Sie ein paar Sekunden, bis der PC ruhig ist. Klicken Sie dann auf Start, schließen Sie das Menü wieder und sehen Sie auf die Kurve.
- Turbo aktiv: Die Geschwindigkeit springt bei jedem Klick kurz bis zum Höchstwert Ihres Prozessors. Sie sehen eine schmale, hohe Spitze.
- Turbo nicht aktiv: Der Takt steigt langsamer und bleibt meist darunter. Die Kurve ist flacher und breiter.
Nach dem Test können Sie die Aktualisierungsgeschwindigkeit wieder auf Normal stellen.
Der offizielle Weg: Neuerungen früher erhalten
Kommt bei Ihnen noch keine Spitze, entscheidet Microsoft über den Zeitpunkt. Mit einem Schalter in Windows Update stellen Sie sich bei schrittweise verteilten Neuerungen weiter nach vorne.
- Öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie auf Windows Update.
- Schalten Sie „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ ein.
- Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“ und starten Sie den PC neu, wenn Windows das verlangt.
Laut Beschreibung in Windows gehören Sie damit zu den Ersten, die neue nicht sicherheitsrelevante Updates, Korrekturen und Verbesserungen erhalten. Das ist keine Testversion und nicht das Windows Insider Programm, das steht in den Einstellungen als eigener Punkt. Sie können den Schalter jederzeit wieder ausschalten. Eine Garantie, dass der Turbo sofort kommt, ist das nicht. Prüfen Sie die Kurve in ein bis zwei Wochen noch einmal.
Denselben Schalter empfiehlt Microsoft für Windows 11 26H2, das seit 29.09.2026 verteilt wird. Für PCs mit 24H2 oder 25H2 ist es ein kleines Freischaltpaket mit einem Neustart. Ob 26H2 den Turbo auf allen PCs einschaltet, schreibt Microsoft nicht.
Für Fortgeschrittene: den Turbo mit ViVeTool vorzeitig einschalten
Achtung: ViVeTool ist kein Programm von Microsoft. Es schaltet versteckte Funktionen in Windows frei. Microsoft dokumentiert die dafür nötigen Nummern nicht. Sie brauchen Administratorrechte und nutzen das Programm auf eigenes Risiko. Für die meisten Nutzer ist der offizielle Weg oben die bessere Wahl.
- Laden Sie ViVeTool nur von der offiziellen Projektseite auf GitHub und entpacken Sie das Archiv, zum Beispiel nach C:\ViVeTool.
- Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und wechseln Sie in den Ordner:
cd C:\ViVeTool - Geben Sie diesen Befehl ein:
vivetool /enable /id:58989092,60716524,48433719,61391826 - Starten Sie den PC neu.
So machen Sie es rückgängig: Geben Sie vivetool /disable /id:58989092,60716524,48433719,61391826 ein und starten Sie den PC neu.
Die Nummern stammen nicht von Microsoft, sondern von Pureinfotech (Stand 28.09.2026) und Allthings.how (Stand 13.06.2026). Laut Allthings.how reicht meist schon die Nummer 58989092 allein. Voraussetzung ist auch hier das Juni Update, also Build 26100.8655 bzw. 26200.8655 oder höher.
Windows 11 schneller machen ohne Zusatzprogramme
Der Turbo ist nicht der einzige Hebel. Drei Einstellungen kosten nichts und dauern zusammen nur wenige Minuten. Sie wirken vor allem beim Hochfahren und in den ersten Minuten danach.
Autostart aufräumen
Öffnen Sie den Task-Manager und klicken Sie links auf Autostart von Apps. Dort sehen Sie, was beim Hochfahren automatisch mitstartet. Alles, was Sie selten brauchen, stellen Sie mit der rechten Maustaste auf Deaktiviert. Das Programm bleibt installiert, es startet nur nicht mehr von allein.
Den Energiemodus prüfen
Unter Einstellungen, System, Netzbetrieb und Akku finden Sie den Energiemodus. Windows bietet dort drei Stufen: beste Energieeffizienz, eine ausgewogene mittlere Stufe und beste Leistung. Für die meisten PCs passt die mittlere Stufe. Beste Leistung bringt am Netzteil etwas mehr Tempo, kostet aber Strom und am Laptop Akkulaufzeit.
Die Speicheroptimierung einschalten
Unter Einstellungen, System, Speicher finden Sie die Speicheroptimierung. Sie löscht temporäre Dateien und den Papierkorb automatisch nach den Regeln, die Sie festlegen. Das hält vor allem kleine Festplatten frei.
Häufige Fragen zu Windows 11 schneller machen
Muss ich für den Turbo etwas installieren?
Nein. Der Turbo steckt im Juni Update 2026 von Windows 11. Sie müssen nur die normalen Updates installieren, Microsoft schaltet die Funktion dann schrittweise frei.
Bekommt Windows 10 den Turbo?
Nein. Die Funktion kam mit Updates für Windows 11 24H2 und 25H2. Windows 10 erhält sie nicht.
Warum sehe ich im Task-Manager keine Spitze?
Entweder fehlt das Juni Update, dann ist die Buildnummer kleiner als 8655. Oder Microsoft hat die Funktion für Ihren PC noch nicht freigeschaltet. Mit dem Schalter „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ kommen Sie früher dran.
Wie viel schneller wird Windows 11 durch den Turbo?
Microsoft nennt keine Zahl. Werte von 40 oder 70 Prozent stammen aus Medienberichten über Testversionen. Am deutlichsten merken Sie den Unterschied auf älteren und günstigen PCs.
Ist ViVeTool sicher?
ViVeTool ist kein Programm von Microsoft und Sie nutzen es auf eigenes Risiko. Laden Sie es nur von der offiziellen GitHub Projektseite. Mit dem Befehl /disable und denselben Nummern machen Sie die Änderung wieder rückgängig.
Quellen
- Microsoft: Versionshinweise KB5089573 vom 26.05.2026
- Microsoft: Versionshinweise KB5094126 vom 09.06.2026
- Microsoft: Windows 11 Versionsinformationen, Stand 14.09.2026
- Microsoft Windows Experience Blog: How to get the Windows 11 2026 Update, 29.09.2026
- Windows Central: Bericht über den Leistungsschub in Testversionen
- Windows Latest: Test des Low Latency Profile, 08.05.2026
- Pureinfotech: ViVeTool Codes, Stand 28.09.2026
- Allthings.how: Low Latency Profile einschalten, Stand 13.06.2026