Windows 11 schneller machen: den eingebauten Turbo prüfen und freischalten

Aktualisiert am Lesedauer 7 Min.Yourscout

Windows 11 Turbo: Vorschaubild mit Tacho und Schalter Performance auf An

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Windows 11 schneller machen geht seit dem Juni Update 2026 ohne Zusatzprogramm: Microsoft hat einen eingebauten Turbo nachgeliefert. Er beschleunigt Startmenü, Suche und den Start von Programmen. Microsoft schaltet ihn schrittweise frei, deshalb läuft er noch nicht auf jedem PC.

In diesem Beitrag sehen Sie zuerst, welche Voraussetzungen Ihr PC braucht. Danach prüfen Sie in einer Minute, ob der Turbo schon aktiv ist. Außerdem zeigen wir den offiziellen Weg zum Turbo und drei Bremsen, die Sie mit Bordmitteln von Windows lösen.

Lieber ansehen? Alles im Video, in gut acht Minuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Microsoft beschleunigt das Update den Start von Apps sowie Startmenü, Suche und Info Center.
  • Voraussetzung ist Windows 11 24H2 oder 25H2 ab Build 26100.8655 bzw. 26200.8655. Windows 10 bekommt den Turbo nicht.
  • Microsoft verteilt die Funktion schrittweise. Einen eigenen Schalter dafür gibt es nicht.
  • Ob der Turbo läuft, sehen Sie im Task-Manager an einer kurzen, hohen Spitze beim Wert Geschwindigkeit.
  • Früher dran sind Sie mit dem Schalter „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ in Windows Update.

Was macht der Turbo in Windows 11?

Bisher hat Windows den Prozessor nach einem Klick nur langsam hochgefahren, daher das kurze Zögern im Startmenü. Mit dem neuen Verhalten bekommt der Prozessor bei wichtigen Aktionen sofort seine volle Leistung. Das gilt etwa beim Öffnen von Start, Suche, Info Center und Programmen. Danach fährt er wieder herunter.

Microsoft beschreibt die Neuerung in den Versionshinweisen nur knapp. Sinngemäß steht dort: Das Update beschleunigt den Start von Apps sowie Startmenü, Suche und Info Center. Eingeführt wurde sie in der Vorschau KB5089573 vom 26.05.2026, als schrittweise Verteilung. Das Juni Update KB5094126 vom 09.06.2026 enthält diese Neuerungen für alle.

Den Namen Low Latency Profile und die Dauer von etwa einer bis drei Sekunden nennt Microsoft in den Versionshinweisen nicht. Beides stammt aus Berichten von Windows Central und Windows Latest über die Testversionen. Laut diesen Berichten merken Sie den Unterschied vor allem auf älteren und günstigen PCs. Auf einem sehr schnellen PC ist das Startmenü ohnehin sofort da.

Windows 11 schneller machen mit dem Turbo: vorher steigt der Prozessortakt langsam auf 62 Prozent, jetzt sofort auf 100 Prozent
Vorher langsam hoch, jetzt sofort voll. Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Wie viel bringt der Turbo? Im Netz kursieren Werte von bis zu 40 Prozent schnellerem App Start und 70 Prozent schnelleren Menüs. Sie stammen aus einem Bericht von Windows Central über Testversionen, nicht von Microsoft. Microsoft selbst nennt keine Zahl.

Auch zum Stromverbrauch macht Microsoft keine Angabe. Weil der Takt nur kurz steigt, schätzen Fachmedien den Mehrverbrauch als gering ein.

Kurz gesagt: Der Turbo gibt dem Prozessor bei wichtigen Klicks für einen Moment volle Leistung, und Microsoft schaltet ihn PC für PC frei.

Welche Voraussetzungen braucht Ihr PC?

Windows Version Turbo Nötiger Build Updates für Home und Pro bis
Windows 11 24H2 ✓ schrittweise 26100.8655 oder höher 13.10.2026
Windows 11 25H2 ✓ schrittweise 26200.8655 oder höher 12.10.2027
Windows 11 26H2 gleiche Update Basis keine Angabe 24 Monate ab Installation
Windows 10 ✕ keine Angabe nur mit ESU bis 12.10.2027

Stand: 02.10.2026, laut Microsoft Versionsinformationen und Windows Experience Blog.

Wichtig für 24H2: Laut Microsoft erhalten Home und Pro in Version 24H2 nur noch bis zum 13.10.2026 Updates (Stand 14.09.2026). Danach kommen auch keine neuen Funktionen mehr. Welche Version aktuell ist und wie Sie wechseln, steht in unserem Beitrag zum Windows 11 Download auf Deutsch.

Windows 10 bekommt den Turbo nicht, die Funktion ist nur für Windows 11 gedacht
Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Wer Windows 10 vorerst behalten möchte, bekommt mit ESU noch Sicherheitsupdates bis zum 12.10.2027. Wie das geht, steht in unserem Beitrag Windows 10 ESU aktivieren.

Ihr PC läuft noch mit Windows 10 und erfüllt die Anforderungen für Windows 11? Einen Produktschlüssel für Windows 11 Pro erhalten Sie bei Yourscout ab 7,95 € (Stand 02.10.2026). Sie bekommen ihn per Mail, in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Wie prüfen Sie, ob der Turbo läuft?

Die Prüfung dauert keine Minute. Sie verändern dabei nichts an Windows.

Schritt 1: Version und Build prüfen

  1. Drücken Sie die Windows Taste und R gleichzeitig.
  2. Tippen Sie winver ein und drücken Sie die Eingabetaste.
  3. Im Fenster „Info über Windows“ steht die Version und in Klammern der Build. Die Zahl hinter dem Punkt muss 8655 oder höher sein.
Fenster Info über Windows mit Version 25H2 und Build 26200.9550, die Zahl hinter dem Punkt muss 8655 oder höher sein
Hier ist es Version 25H2 mit Build 26200.9550, also höher als 8655. Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Ist die Zahl kleiner, fehlen Updates. Öffnen Sie dann die Einstellungen, gehen Sie auf Windows Update und klicken Sie auf „Nach Updates suchen“.

Schritt 2: Den Task-Manager vorbereiten

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und wählen Sie Task-Manager.
  2. Klicken Sie links auf Leistung und dann auf CPU. Unter der Kurve sehen Sie den Wert Geschwindigkeit. Das ist der aktuelle Takt Ihres Prozessors.
Task-Manager öffnen mit Rechtsklick auf die Taskleiste
Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.
  1. Damit Sie kurze Sprünge überhaupt sehen, öffnen Sie links unten die Einstellungen des Task-Managers. Stellen Sie dort die Aktualisierungsgeschwindigkeit in Echtzeit auf „Hoch“. Das betrifft nur die Anzeige.
Task-Manager Leistung CPU mit Aktualisierungsgeschwindigkeit in Echtzeit auf Hoch
Das ändert nur die Anzeige, nicht Windows. Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Schritt 3: Testen und die Kurve lesen

Warten Sie ein paar Sekunden, bis der PC ruhig ist. Klicken Sie dann auf Start, schließen Sie das Menü wieder und sehen Sie auf die Kurve.

  • Turbo aktiv: Die Geschwindigkeit springt bei jedem Klick kurz bis zum Höchstwert Ihres Prozessors. Sie sehen eine schmale, hohe Spitze.
  • Turbo nicht aktiv: Der Takt steigt langsamer und bleibt meist darunter. Die Kurve ist flacher und breiter.
Turbo aktiv: schmale, hohe Spitze bei jedem Klick. Turbo nicht aktiv: flache, breite Kurve
Oben mit Turbo, unten ohne. Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Nach dem Test können Sie die Aktualisierungsgeschwindigkeit wieder auf Normal stellen.

Kurz gesagt: Springt die Geschwindigkeit beim Klick auf Start kurz bis zum Höchstwert, ist der Turbo aktiv.

Der offizielle Weg: Neuerungen früher erhalten

Kommt bei Ihnen noch keine Spitze, entscheidet Microsoft über den Zeitpunkt. Mit einem Schalter in Windows Update stellen Sie sich bei schrittweise verteilten Neuerungen weiter nach vorne.

  1. Öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie auf Windows Update.
  2. Schalten Sie „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ ein.
  3. Klicken Sie auf „Nach Updates suchen“ und starten Sie den PC neu, wenn Windows das verlangt.
Windows Update mit dem eingeschalteten Schalter Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind
Der Schalter steht direkt unter „Weitere Optionen“, hier schon eingeschaltet. Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Laut Beschreibung in Windows gehören Sie damit zu den Ersten, die neue nicht sicherheitsrelevante Updates, Korrekturen und Verbesserungen erhalten. Das ist keine Testversion und nicht das Windows Insider Programm, das steht in den Einstellungen als eigener Punkt.

Sie können den Schalter jederzeit wieder ausschalten. Eine Garantie, dass der Turbo sofort kommt, ist das nicht. Prüfen Sie die Kurve in ein bis zwei Wochen noch einmal.

Denselben Schalter empfiehlt Microsoft für Windows 11 26H2, das seit 29.09.2026 verteilt wird. Für PCs mit 24H2 oder 25H2 ist es ein kleines Freischaltpaket mit einem Neustart. Ob 26H2 den Turbo auf allen PCs einschaltet, schreibt Microsoft nicht.

Für Fortgeschrittene: den Turbo mit ViVeTool vorzeitig einschalten

Achtung: ViVeTool ist kein Programm von Microsoft. Es schaltet versteckte Funktionen frei, deren Nummern Microsoft nicht dokumentiert. Sie brauchen Administratorrechte und nutzen das Programm auf eigenes Risiko. Für die meisten Nutzer ist der offizielle Weg oben die bessere Wahl.

ViVeTool auf eigenes Risiko: kein Programm von Microsoft, Befehle mit Administratorrechten, für die meisten nichts
Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.
  1. Laden Sie ViVeTool nur von der offiziellen Projektseite auf GitHub und entpacken Sie das Archiv, zum Beispiel nach C:\ViVeTool.
  2. Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und wechseln Sie in den Ordner: cd C:\ViVeTool
  3. Geben Sie diesen Befehl ein: vivetool /enable /id:58989092,60716524,48433719,61391826
  4. Starten Sie den PC neu.

So machen Sie es rückgängig: Geben Sie vivetool /disable /id:58989092,60716524,48433719,61391826 ein und starten Sie den PC neu.

Die Nummern stammen nicht von Microsoft, sondern von Pureinfotech (Stand 28.09.2026) und Allthings.how (Stand 13.06.2026). Laut Allthings.how reicht meist schon die Nummer 58989092 allein. Voraussetzung ist auch hier das Juni Update, also Build 26100.8655 bzw. 26200.8655 oder höher.

Windows 11 schneller machen ohne Zusatzprogramme

Wer Windows 11 schneller machen möchte, hat neben dem Turbo noch drei Hebel. Sie kosten nichts und dauern zusammen nur wenige Minuten. Sie wirken vor allem beim Hochfahren und in den ersten Minuten danach.

Autostart aufräumen

Öffnen Sie den Task-Manager und klicken Sie links auf „Autostart von Apps“. Dort sehen Sie, was beim Hochfahren automatisch mitstartet. Alles, was Sie selten brauchen, stellen Sie mit der rechten Maustaste auf „Deaktiviert“. Das Programm bleibt installiert, es startet nur nicht mehr von allein.

Autostart von Apps im Task-Manager auf Deaktiviert stellen, das Programm bleibt installiert
Szene aus unserem Video. Zum Vergrößern anklicken.

Den Energiemodus prüfen

Unter „Einstellungen, System, Netzbetrieb und Akku“ finden Sie den Energiemodus. Windows bietet dort drei Stufen: beste Energieeffizienz, eine ausgewogene mittlere Stufe und beste Leistung. Für die meisten PCs passt die mittlere Stufe. Beste Leistung bringt am Netzteil etwas mehr Tempo, kostet aber Strom und am Laptop Akkulaufzeit.

Die Speicheroptimierung einschalten

Unter Einstellungen, System, Speicher finden Sie die Speicheroptimierung. Sie löscht temporäre Dateien und den Papierkorb automatisch nach den Regeln, die Sie festlegen. Das hält vor allem kleine Festplatten frei.

Häufige Fragen zu Windows 11 schneller machen

Muss ich für den Turbo etwas installieren?

Nein. Der Turbo steckt im Juni Update 2026 von Windows 11. Sie müssen nur die normalen Updates installieren, Microsoft schaltet die Funktion dann schrittweise frei.

Bekommt Windows 10 den Turbo?

Nein. Die Funktion kam mit Updates für Windows 11 24H2 und 25H2. Windows 10 erhält sie nicht.

Warum sehe ich im Task-Manager keine Spitze?

Entweder fehlt das Juni Update, dann ist die Buildnummer kleiner als 8655. Oder Microsoft hat die Funktion für Ihren PC noch nicht freigeschaltet. Mit dem Schalter „Erhalten Sie die neuesten Updates, sobald sie verfügbar sind.“ kommen Sie früher dran.

Wie viel schneller wird Windows 11 durch den Turbo?

Microsoft nennt keine Zahl. Werte von 40 oder 70 Prozent stammen aus Medienberichten über Testversionen. Am deutlichsten merken Sie den Unterschied auf älteren und günstigen PCs.

Ist ViVeTool sicher?

ViVeTool ist kein Programm von Microsoft und Sie nutzen es auf eigenes Risiko. Laden Sie es nur von der offiziellen GitHub Projektseite. Mit dem Befehl /disable und denselben Nummern machen Sie die Änderung wieder rückgängig.

Quellen

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